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Was will ich - und was mache ich?


Mein Messiegehirn

Ich arbeite am PC und beschließe, eine Pause einzulegen. Ich begebe mich in die Küche. Nichts zu trinken da. Ach so, die Getränke, überhaupt alle Einkäufe, befinden sich ja noch im Auto. Gut, Schuhe an, Schlüssel.

Im Treppenhaus sehe ich, dass mein Briefkasten vollgestopft ist. Ich ziehe die Briefe raus:
1. die Künstlerkasse hat die Option "Krankengeld ab 14. statt ab 43. Tag" abgeschafft. Wenn man die noch will - in meinem vorgerückten Alter durchaus sinnvoll, man weiß ja nie, ob es einen nicht doch mal erwischt - muss man das jetzt direkt mit der Krankenkasse aushandeln. Kostet mindestens 17 Euro mehr im Monat als bisher. Das gibt wieder Korrespondenz, umgehend zu erledigen, und das hasse ich.

2. Brief von der Hausverwaltung: Am Montag bekommen unsere Waschräume im Keller ein neues Abwassersystem. Ich ahne Übles: Im Frühjahr hatten wir zweimal hintereinander eine fäkalische (im Wortsinn!) Überschwemmung, sämtliche auf den Leinen befindlichen Klamotten stanken so pentetrant, dass ich sie dreimal (!) neu waschen musste. Das wird jetzt auch nicht anders sein - ich muss also sämtlichen Wäschekram, mehrere überfüllte Körbe voll zuzüglich die Sachen von den Leinen, da unten prophylaktisch entfernen, und zwar bis spätestens morgen. Solche Zwischenfälle hasse ich erst recht!

3. Meine Kfz-Versicherung hat den Besitzer gewechselt. Ich schaue mir die Jahresrechnung an: Irgendwie kommt mir der Betrag viel höher vor als beim letzten Mal. - Moooment!!
Ich wälze Akten, durchsuche meine diversen Eingangs-, Ausgangs- und Ablagekästen, finde die letzte Rechnung schließlich in dem Stiefelkarton mit den Einkommens-steuerunterlagen für 2008. Soll noch mal einer behaupten, ich sei unordentlich!

In der Tat: Der neue Haftpflichtversicherer will viel mehr Geld als der alte. Jetzt reicht's mir aber! Ich rufe da an, sage, wenn ich jetzt mehr zahlen muss, kann ich auch gleich den Anbieter wechseln. Oder ob sie mir die alten Konditionen einräumen können?

Das können die jetzt noch nicht entscheiden, sie haben die Übernahme datentechnisch noch nicht im Griff. Aber teure Beitragsrechnungen schreiben, das klappt schon!

Ich finde mich am Internet-PC wieder, auf der Suche nach einer neuen Kfz-Haftpflichtversicherung. Dazu brauche ich aber den Fahrzeugschein - und der ist im Auto.
Ach nee, erst mal 'ne Pause, denke ich, nach all den Strapazen, verursacht durch das leichtsinnige Öffnen meines Briefkastens.
Ich steuere die Küche an. Nichts zu trinken da. Ach so, ja, im Auto. Genau wie der Kfz-Schein. Na, dann lohnt sich ja der Weg. Wenn ich nicht zwischendurch  wieder abgelenkt werde.
 
© Eva S. Roth 2008

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Die Chaoshymne
7.11.08 17:06


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Irgendwann muss man sie loslassen, da hilft alles nichts ...


Kleine Kinder, kleine Sorgen. Aber später wird ja bestimmt alles besser!
Von wegen, der Spruch geht nämlich noch weiter: Große Kinder ...
 
So 'ne coole Sau!

Ich sitze gerade gemütlich am PC, wühle im Internet - da klingelt das Telefon.

Es ist mein älterer Sohn Kevin. Er fragt mich, wann ich denn eigentlich das letzte Mal was von Jan gehört hätte. Es klingt etwas sorgenvoll. Jan ist mein jüngerer Sohn, also Kevins Bruder. Beide wohnen nicht mehr bei mir, haben eigene Haushalte. Kevin sagt, er hätte nun schon mehrere Tage versucht, Jan telefonisch zu erreichen, hätte ihm aufs Band gequatscht, aber der Kerl ruft einfach nicht zurück, obwohl er sonst immer gleich zurückruft!

Die Alarmglocken schrillen bei mir: Da stimmt doch was nicht!

OK, dass Jan sich in letzter Zeit etwas von mir zurückgezogen hat, hab' ich ja schon gemerkt. Ich habe es so als endgültigen Abnabelungsprozess aufgefasst - Jan hatte noch viel länger als sein älterer Bruder bei mir gewohnt, und bis vor kurzer Zeit hatten wir noch so ein bisschen diese Mutter-Nesthäkchen-Beziehung. Dass Jan da irgendwann mal raus will, leuchtete mir ein - deshalb nahm ich es auch duldend in Kauf, dass Jan sich bei mir seit Wochen überhaupt nicht mehr meldet, oder eben nur, wenn er konkret was will. Vorbei auch die Zeiten, wo ich mir computermäßig Rat bei ihm holen konnte. "Musste halt mal selber kucken", war seine aktuelle Standardreaktion.

Aber dass er sich auch bei seinem Bruder über eine Woche nicht meldet, obwohl der ihm mehrmals aufs Band gesprochen hatte - das war seltsam - die beiden sind fast täglich in Kontakt.

Ich überlege: Neulich war Jan bei mir und hat sich meine Bauchtrainingsbank abgeholt, um, wie er sagt, besser mit den Hanteln trainieren zu können. Gut für mich, denn jetzt habe ich die definitive Ausrede, warum es nie dazu kommt, dass ich mal meine Situps mache. Wie denn ohne Bauchbank?
Mit der Bauchbank, das war am Montag - also vor sechs Tagen. Zwischenzeitlich hatte auch ich Jan mehrmals auf Band gesprochen - Festnetz und Handy - kein Rückruf weit und breit!

Ich frage Kevin, ob er denn mal bei Jans Wohnung vorbeigefahren sei. Ja, sagt Kevin, schon ein paarmal in den letzten Tagen.
"Ja und??" frage ich ungeduldig.
"Also, das Auto steht jedes Mal vor der Tür."
"Und - war Jan denn zu Hause?"
"Weiß nicht, ich hab nicht an der Tür geklingelt", meint Kevin.
Klar, wozu an der Tür klingeln, heute wird ja alles per Handy geregelt, denke ich zynisch.
Ich bitte Kevin, mir Bescheid zu geben, sobald er was von Jan hört.

Ich hole mein Fahrrad aus dem Garten und rase los. Adrenalin pur!
Völlig abgehetzt komme ich vor Jans Haus an. Sein Auto steht in der Einfahrt. Das ist schon mal gut.
Ich klingele. Niemand macht auf. Ich klingel nochmal. Und nochmal, und noch mal - jedes Mal länger - bis hin zum penetranten Sturmläuten. Nichts passiert.

Mir fällt die Sendung mit Beckmann ein, die ich heute Nacht im TV geguckt habe - da war eine Mutter, die einen Verein gegründet hat: verwaiste Eltern von Kindern, die sich das Leben genommen haben. Sie hatte einen Sohn, der das vor sieben Jahren gemacht hat. Das Leid stand ihr ins Gesicht geschrieben. Der Gedanke an diese Sendung trägt weiß Gott nicht zu meiner Beruhigung bei.

Dann fällt mir ein: Um die Ecke ist ein Supermarkt. Klar, Jan ist zu Fuß einkaufen, denke ich erleichtert. Ich stelle mein Rad eilig vorm Laden ab und haste mit doppeltem Blutdruck durch die Gänge des Geschäftes, renne beinahe eine Frau um.
Nein, im Laden ist Jan auch nicht.

Wilde Fantasien: Vielleicht liegt er oben in seiner Wohnung im Delirium - Überdosis von irgendwas ... nein, das darf ich gar nicht erst denken!!
Und wenn doch? - Wenn er Hilfe braucht? Ob ich die Nachbarn fragen soll, wann sie Jan das letzte Mal gesehen haben?
Ich stehe unschlüssig mit meinem Rad vor Jans Haustür. Ein Polizeiwagen kommt mir entgegen. Rettungsengel? - Soll ich sie bitten, Jans Wohnungstür aufzuhebeln? - Und wenn dann gar nichts ist? - Das würde mir Jan nie verzeihen! - Und wenn doch? - Das würde ich mir dann selbst nie verzeihen!

Ich radle heim. Fix und fertig rufe ich Kevin an, erstatte Bericht.
Kevin sagt, ich solle mich mal abregen - vielleicht ist Jan ja irgendwie abgesackt, zuviel gefeiert und so, und will jetzt mal ein paar Tage seine absolute Ruhe haben.
Das beruhigt mich aber gar nicht, ich habe immer noch die verzweifelte Mutter vom Beckmann-Talk im Kopf.
Ich bitte Kevin, ob er nicht mal Jans Freunde anrufen kann. Mir zuliebe. Er verspricht es.

Zehn Minuten später ruft Kevin mich zurück: Er hat einen von Jans Freunden erreicht, und der hat gesagt, Jan hätte sich Urlaub genommen und sei spontan mit ein paar Kumpels für eine Woche nach Stockholm geflogen. Dann sagt Kevin bewundernd: "Ist das nicht 'ne coole Sau?"
"Ja, wirklich, 'ne coole Sau ...", stammle ich, während ich förmlich höre, wie nicht ein Stein, sondern ganze Felsbrocken von meinem Herzen auf den Boden poltern.
 
© Eva S. Roth 2008
21.10.08 21:41


 © Eva S. Roth Okt. 2008

Von Kommunikations -
und Papiermessies


Endlich habe ich meine Einkommensteuererklärung fertig. Heute muss ich sie abgeben, letzter Termin. Aber ein Problem habe ich noch: Mir fehlt die Riesterbescheinigung von der Sparkasse. Ja, ich weiß, die schicken die immer schon Anfang des Jahres - ganz bestimmt hab ich sie bekommen. Nur bin ich - ich gestehe es - ein eingefleischter Papiermessie. Alles Papierartige, was den Weg vom Briefkasten in meine Wohnung findet, finde ich später garantiert nicht mehr - es taucht unter zwischen Stapeln von Versandhauskatalogen, Werbung von Auto-, Zahnzusatz- und Sterbeversicherungen, Rechnungen für ADAC, Telefon, Haftpflicht und Zahnarzt.

Also rufe ich heute in aller Frühe das Finanzamt an. Ich will um ein paar Tage Aufschub betteln, weil ich die fehlende Bescheinigung neu von der Sparkasse anfordern muss. Eine freundliche Stimme vom Band meldet sich: "Guten Tag. Hier ist die automatische Anrufannahme Ihres Finanzamtes.Sie erhalten nun von uns weitere Informationen, um Ihr gewünschtes Ziel schneller zu erreichen."
Schneller ist gut, denk ich, denn ich hab's eilig, will mit dem Zug in die Stadt.

Dann soll ich Zahlen eintippen, um weiter verbunden werden zu können. Aber die Optionen passen alle nicht für mich:
"Wenn Sie allgemeine Fragen haben oder Ihren Steuerbezirk nicht wissen, dann wählen Sie bitte die Eins. Wenn Sie Fragen zu Ihrer KFZ-Steuer haben, wählen Sie die Zwei. Wenn Sie Fragen zu Zahlungen auf Ihr Steuerkonto haben, wählen Sie die Drei."
Ich will meine persönliche Sachbearbeiterin sprechen, dafür gibt's keine Option - also entscheide ich mich etwas ratlos für die Eins.

Ich hänge in der Warteschleife. Jede Minute zählt. Nach neun Minuten wieder die freundliche Stimme: "Es sind leider alle Plätze belegt. Bitte rufen Sie zu einem späteren Zeitpunkt an." Ich krieg Wut. So geht das Finanzamt mit meiner Zeit um! Bei einem Stundensatz von, sagen wir, 30 Euro, sind das immerhin 4,50 Euro, die ich wegen deren Scheiß-Sprachcomputer nutzlos verplempert habe. Man sollte diesen Betrag glatt von der zu zahlenden Einkommensteuer abziehen!
Noch vorgestern hatte ich mit meiner Freundin über Sprachcomputer gelästert und dabei erwähnt, dass ja zumindest das Finanzamt noch persönlich erreichbar sei. Pustekuchen, ätsch!

Welche geheime Botschaft steckt wohl hinter diesen ausgeklügelten Sprachcomputersystemen, die fast nie zum Ziel führen? Zahl gefälligst deine Steuern/Handyrechnung, und ansonsten halt's Maul, reden wollen wir nicht mir dir.
Oder, z.B. bei Problemen mit neu erworbenen PC-Druckern (die so sicher auftreten wie das Amen in der Kirche): Dein Geld haben wir ja schon, blöder Kunde, also nerv nicht und lass uns in Ruhe, ja?

Also, das Finanzamt. Ich hole mir meine Klamotten aus dem Schlafzimmer zum Telefon, wähle erneut, selbe Ansage. Während die Musik der Warteschleife vor sich hin säuselt, ziehe ich mich an - Zeit gespart, in 30 Minuten fährt mein Zug! Als ich gerade mal ganz weit weg vom Telefon bin, meldet sich jemand. Ich rase hin und flieg' fast auf die Fresse. Die Dame gibt mir die Durchwahl meiner Sachbeabeiterin. Bis ich die dann persönlich am Draht habe, sind weitere 12 Minuten um. Ich bringe mein Anliegen vor.
"Nein, kein Aufschub möglich, Sie hatten genug Zeit, wenn Sie heute die Papiere nicht abgeben, müssen Sie Zwangsgeld zahlen. Die Riesterbescheinigung müssen Sie dann eben nachreichen."
Blöde Bürokratie, denke ich - die kann es ja doch erst bearbeiten, wenn alle Papiere beieinander sind - reine Schikane!
Aber es nützt nichts, ich muss umdisponieren, muss die Formulare unvollständig abgeben, und zwar heute!

Zurück vom Finanzamt, rufe ich die Riester-Sparkasse an. Und welch Wunder - es meldet sich eine Dame, direkt, ohne kompliziertes Sprachmenü, wo man alle möglichen Zahlen eintippen muss, um weiter verbunden zu werden, und dann nochmal Zahlen, und dann noch mal alles von vorne, weil man aus der Leitung geflogen ist.
Nein, eine echte, lebendige Person live am Apparat, und auch noch sehr nett. Das bin ich schon gar nicht mehr gewöhnt und bin ganz verdattert.
Ja, sie kann mir die Riesterbescheinigung nochmal schicken, kein Problem, dauert aber 'n paar Tage.
Warum sind eigentlich Mitarbeiter von Privatunternehmen oft viel zuvorkommender und hilfsbereiter als die von Ämtern und Behörden? Weil letztere sich vielleicht drauf verlassen, dass sie sowieso nicht rausfliegen, egal, wie sie sich benehmen?

Nach dem Telefonat bei der Riestersparkasse will ich es dann doch noch mal genau wissen. Wo, verdammt noch mal, könnte der gesuchte Wisch sein? - Den ganzen Sonntag hatte ich meine Wohnung durchwühlt - umsonst.
Ich schaue im Briefkasten. Manchmal lasse ich nämlich extra wichtige Papiere dort drin, um sie mir dann zu holen, wenn ich sie brauche. Die Wahlbenachrichtigung zum Beispiel. Aber nein, im Briefkasten ist der Wisch auch nicht.
Ich nehme mir den roten, übervollen Ablagekasten zum siebzehnten Mal vor. Nehme jedes Stück Papier einzeln in die Hand, lege es auf die Seite. Wenigstens mal den unnützen Kram ausmisten bei der Gelegenheit. Ein verschlossener Umschlag - schon wieder Werbung. Aber von wem? - Ich reiße den Umschlag auf, er enthält mehrere Blätter, unter anderem: Die Bescheinigung nach § 92 EStG zur Vorlage beim Finanzamt, betr. Riestersparvertrag.

© Eva S. Roth 10.10.2008

Mehr über Eva S. Roth

 

10.10.08 09:52



Das Chaos und ich
 
Das Chaos und ich,
wir gehören zusammen.
Meistens verstehen wir uns.
Dann beschützt mich das Chaos.
Es weiß, wer mir gut tut und wer nicht.
 
Manchmal streiten wir uns.
Ich will Ordnung - das Chaos will Chaos.
Das Chaos geht einfach nicht weg.
Es bleibt da und passt auf mich auf,
ob mir das nun passt oder nicht.

Erbitterte Kämpfe um jeden Quadratzentimeter.
Natürlich verliere ich wieder mal
gegen das Chaos.
 
Bis ich dann merke:
Ich hab schon wieder gewonnen.
Weil das Scheiß-Chaos mir geholfen hat.
Es hat  verhindert, dass ich Menschen
in meine Wohnung und somit an mich ran lasse,
mit denen ich eigentlich gar nichts anfangen kann.
 
Das Chaos hilft, mich abzugrenzen,
wenn ich es mal nicht
selber kann.


www.chaos-im-paradies.de

13.12.13 10:50





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